Helmuts Abschiedsbriefe Teil 8

Liebe Amelia,

Die 3 Bücher in unserem Laden hat dein Großvater geschrieben, für deine Großmutter. Sie waren Geschenke zu ihren Jahrestagen.

Als er starb waren sie ihr kostbarster Besitz, diese Zeichen seiner Liebe. Er hat Geschichten für sie erfunden und niedergeschrieben. Dabei bedachte er alles was sie besonders mochte. Geschichten mit ganz viel Kitsch und Herz und Happyends.

Dennoch gab sie dir die Bücher mit, als ihr sie verlassen habt. Sie sagte dir, eines Tages würde sie dich finden und die Bücher holen kommen.

Deine Großmutter war sehr verwirrt das die Bücher in unserem Laden zum Verkauf standen.

Doch sie kannte dich als ganz kleines Mädchen. Nicht die Frau zu der du geworden warst.

Ich begann von dir zu erzählen, bis in die Nacht hinein, saßen wir beisammen. Mit jedem meiner Worte erwachtest du mehr zu leben.

Ich wusste sofort warum du die Bücher in den Laden gegeben hattest.

Es lag an deiner wundersamen Einstellung das Bücher immer dorthin fanden wo sie hingehörten.

Darauf hast du vertraut. Und du hattest Recht, unseren Laden gibt es schon so lange, doch die Bücher wurden nie gekauft.

Heute Abend werde ich sie deiner Großmutter zurück geben, denn zu ihr gehören sie, so viel steht fest.

Allerdings werde ich mich jetzt regelmässig mit ihr treffen. Sie wird mir von den Geschichten in den Büchern erzählen, von deinem Großvater und wie sie die Kraft fand ohne ihn und später auch ihre Enkeltochter weiter zu leben.

Und ich werde ihr von dir erzählen, der Frau die ich so sehr liebe, die sie leider nie kennen lernen durfte.

Deine Großmutter glaubt, du hättest sie zu mir geschickt, in einem Traum. Sie ist sich ganz sicher. Und ihre Unerschütterlichkeit, lässt auch mich glauben.

Ich weiß nur das ich bereit bin, dich gehen zu lassen, jeden Tag ein kleines Stückchen mehr.

Deshalb wird dies mein letzter Brief an dich sein.

Mit vorsichtiger, ja vielleicht zerbrechlicher Hoffnung blicke ich wieder in die Zukunft.

Und wage zögerliche Schritte.

Denn das darf ich, das ist okay. Das hat mich deine Großmutter bereits gelehrt. Du hattest viel von ihr, mein Schatz.

Ich gehe weiter , ohne dich. Doch die kostbare Zeit mit dir werde ich immer im Herzen tragen.

In Liebe und Dankbarkeit,

Dein Helmut

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