Helmuts Abschiedsbriefe Teil 7

Liebe Amelia,

Als die alte Dame das nächste Mal in den Laden kam, tat ich etwas erstaunliches.

Es war nicht geplant.

Aber aus einem Gefühl heraus folgte ich ihr, als sie unseren Laden wieder verließ. Ich folgte ihr bis zu deinem Grab.

Dort stand sie lange. Es schien, sie redete mit dir.

Ich näherte mich ihr, um sie endlich zu fragen wer sie eigentlich war. Da verstand ich ihre Worte, sie schienen an dich gerichtet „Amelia, du hast mich hier her geschickt, doch ich weiß nicht wie ich ihm helfen kann…“

Da bemerkte sie jedoch mein Näherkommen und wand sich zu mir um. Nicht im geringsten überrascht mich zu sehen.

„Wer sind sie?“, fragte ich endlich.

„Das haben sie doch sicher längst erraten, ich bin Amelias Großmutter“, ein mildes Lächeln umspielte ihren Mund „Ich träumte von Amelia, von ihrem Ableben und einem trauernden Mann, den sie zurück ließ. Schön sie endlich kennen zu lernen. Ich glaube Amelia hat mich zu Ihnen geschickt“.

Du kannst dir vorstellen, wie verrückt das alles für mich klang. Und doch standen wir Beide gemeinsam bei deinem Grab.

Sie begann mir die Geschichte der Bücher zu erzählen, die vereinzelt in unserem Laden stehen. Ganz unscheinbar in der Masse an Büchern.

Natürlich kennst du die Geschichte bereits. Ich möchte sie dir dennoch schreiben. Damit ich sie nie vergesse.

Doch erst muss ich in den Laden, zu den Büchern, jetzt wo ich weiß wo sie hingehören.

Ich schreibe dir später wieder.

In Liebe,

Dein Helmut

2+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

*

code