Helmuts Abschiedsbriefe Teil 5

Liebe Amelia,

Die letzten Tage waren turbulent. Plötzlich war sie wieder da, die Kundschaft.

Die meisten hatten von deinem Tod gehört und kamen um mir Mut zu machen und Trost zu spenden.

Ich war gerührt, verlegen und durch und durch überfordert, mit all dem Mitgefühl das mir entgegenschlug.

Die alte Dame, von der ich bereits geschrieben habe, war wieder da, genau genommen kommt sie jeden Tag. Punkt 10 Uhr.

Sie schlendert durch den Laden, berührt das ein oder andere Buch, so liebevoll und achtsam wie auch du es immer getan hast. Und dann geht sie wieder, ohne auch nur eines aufzuschlagen, oder zu kaufen.

Diese Dame ist mir ein Rätsel und doch auf eigentümlich Art vertraut.

Du fehlst mir und doch wird es mit jedem Tag ein kleines Stückchen leichter zu ertragen, dieses Leben ohne dich.

Ich weiß das hättest du nicht gewollt und doch fühle ich mich ein klein wenig schuldig.

Darf es wirklich leichter werden?

In Liebe,

Dein Helmut

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