Helmuts Abschiedsbrief Teil 4

Liebe Amelia,

Die erste Stunde in unserem Laden, ohne dich, verbrachte ich mit weinen.

Plötzlich warst du überall, dein Herz steckt in jeder Ecke dieses Ladens, ich konnte es schlagen hören, zwischen den Bücherreihen.

Ich glaube sogar, der sanfte Geruch nach Vanillie, der dich begleitet seit ich dir das Parfüm vor Jahren das erste Mal schenkte, lag noch in der Luft.

So nah habe ich dich nicht mehr bei mir gefühlt, seit du aus dem Leben gerissen wurdest. Ich konnte dich wieder bei mir fühlen und war mir doch so grausam sicher, dich für immer verloren zu haben.

Nicht einmal die Fenster zu öffnen wagte ich, aus Sorge der frische Wind, von draußen, könnte deinen Geruch und die letzten deiner Spuren, hinaus wehen.

Nach ungefähr einer Stunde hatte ich mich so weit gefasst, das ich den Laden öffnen konnte.

Es kam kaum Kundschaft, nur eine sehr alte Dame, die nichts kaufte. Normalerweise würde mir das Sorge bereiten, doch Heute war ich dankbar dafür.

Ich habe mich um die liegen gebliebene Buchhaltung gekümmert und diese vertraute Tätigkeit, gab mir ein wenig Halt zurück.

Jetzt ist es Abend und ich bin müde, es ist eine tiefe Müdigkeit, die mit den unruhigen Nächten, der letzten Zeit, wenig zu tun hat. Sie geht weit darüber hinaus, kommt aus den Windungen meiner Seele, als hätte ich mit meinen 30 Jahren bereits zu viel gelebt. Wäre bereits verbraucht.

Aber ich möchte nicht zu sehr klagen, wer weiß, vielleicht erreichen dich meine Worte, meine Gedanken. Sorge dich nicht wenn es so ist.

Ich werde nicht aufgeben.

In Liebe,

Dein Helmut

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