Helmuts Abschiedsbrief Teil 2

Liebe Amelia,

Meine Schwester hat jetzt deinen Wohnungsschlüssel , es fiel mir schwer ihn ihr zu überlassen, doch sie sorgt sich um mich und hat das Bedürfniss hier nach dem Rechten zu sehen,

Vielleicht sorgt sie sich zu recht, ich weiß noch immer nicht wie das gehen soll, leben, ohne dich.

Und doch tue ich es schon seid Wochen, auch wenn sich das Leben eher wie etwas anfühlt das mir wiederfährt.

Grausam geht es einfach immer weiter, ohne mein Zutun, während eine mögliche Zukunft noch immer meine Vorstellungskraft übersteigt, entsteht sie bereits, auch ohne dich, es fühlt sich falsch an.

Heute Morgen, als ich am Küchentisch hing und in meinen Kaffee starrte, drehte sich dein Schlüssel im Türschloss, für einen kurzen Moment vergaß ich die Trauer, den Schmerz, die Sehnsucht, so sicher war ich, das du gleich in der Tür stehen würdest.

Doch du warst es nicht und wieder brach es mein Herz. Wie in so vielen kleinen und großen Momenten eines Alltags ohne dich.

Hast du dich geliebt gefühlt? Jeden Tag unseres Lebens? Denn so hätte es sein sollen.

Immer wenn mich all mein Mut und meine letzte Kraft zu verlassen droht, denke ich an dich und unsere Zeit. Ich habe mich so geliebt gefühlt.

Du hättest nicht gewollt das ich aufgebe, oder all zu lange leide. Dieses Wissen gibt mir die Kraft jeden Morgen aufzustehen.

In Liebe,

Dein Helmut

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