Helmuts Abschiedsbrief Teil 1

Liebe Amelia,

Ich vermute dies ist mein Versuch dich bei mir zu halten, ganz fest.

Aber manchmal stelle ich mir auch vor, meine Worte sind dein Geleit, begleiten dich auf deinem Weg, fort von mir und diesem Leben, dieser Welt.

Alles was ich jetzt noch mit Sicherheit weiß, ist, ich bin noch nicht so weit!! Ich kann das nicht, leben, ohne dich.

Ganz plötzlich bist du nicht mehr da, einfach so, von Augenblick zu Augenblick und so vieles bleibt ungesagt.

Das Ungesagte scheint sich mit meiner Sehnsucht zu verkleben, bildet schwere Brocken in mir, die mich in einen Abgrund zu ziehen drohen. Und ich kämpfe Tag für Tag, Nacht für Nacht, das Fallen habe ich schon immer gefürchtet. Doch wofür soll ich jetzt noch kämpfen, wenn nicht für dich.

Als du am Morgen die Wohnung verlassen hast, habe ich dich geküsst, hastig und flüchtig, mehr aus Gewohnheit, als aus Liebe.

Doch sie war da, die Liebe, nur etwas versteckt hinter dem Alltag und sie ist es noch. Sie ist da, sucht verzweifelt einen Weg zu dir und findet dich nicht mehr.

Und ich ertrage diese Stille nicht, so fülle ich sie mit Worten an dich, auch wenn die Worte die Sehnsucht nach Antwort in sich tragen.

Morgen mehr meine Liebe,

Dein Helmut

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