Als Jesus abhaute – Teil 1

Es war ein sonniger Tag, als Jesus abhaute und unerwartet vor meiner Tür stand.

In der Früh war es noch sehr frisch gewesen, ansonsten gibt es aber nichts außergewöhnliches zu berichten.

Es versprach ein Tag zu werden wie viele andere auch. Jedenfalls gab es keine Ankündigung, keine Vorwahrnung. Keine göttlichen Zeichen oder unerwartete Erkenntnisse, die in die Tiefe gingen.

Alles was es gab war ein vorsichtiges Klopfen an meiner Wohnungstür.

Es war jedoch so vorsichtig, das ich zuerst nicht darauf reagierte, in der Überzeugung es müsste die Tür meines Nachbars sein, an die geklopft wurde.

Doch es blieb, hartnäckig und vorsichtig, so das ich mir dachte, mal schauen was da los ist.

Zögerlich öffnete ich die Tür, ich hatte keinen Türspion und da ich keinen Besuch erwartete, wappnete ich mich insgeheim gegen alles und jeden was da lauern könnte. Postbote, Zeugen Jehovas, Nachbar mit der Frage nach Milch oder Zucker (irgendwie war es immer eines von Beiden), Pfadfinder…. und vieles mehr.

Doch auf einen war ich ganz sicher nicht vorbereitet, Jesus.

Er stand einfach da lächelte milde und ich dachte „Shit, da steht Jesus“.

Er sah nämlich bis ins kleinste Detail genau so aus, wie ich mir Jesus insgeheim immer vorgestellt hatte.

Lange braune Haare, Flip Flops an den Füßen, verträumte, dunkle Augen, die etwas hinter dem Horizont zu sehen schienen.

Vielleicht lag es am Schock, doch ich knallte ihm spontan, die gerade erst geöffnete Tür, wieder vor der Nase zu.

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