Als Jesus abhaute – Teil 1

Es war ein sonniger Tag, als Jesus abhaute und unerwartet vor meiner Tür stand.

In der Früh war es noch sehr frisch gewesen, ansonsten gibt es aber nichts außergewöhnliches zu berichten.

Es versprach ein Tag zu werden wie viele andere auch. Jedenfalls gab es keine Ankündigung, keine Vorwahrnung. Keine göttlichen Zeichen oder unerwartete Erkenntnisse, die in die Tiefe gingen.

Alles was es gab war ein vorsichtiges Klopfen an meiner Wohnungstür.

Es war jedoch so vorsichtig, das ich zuerst nicht darauf reagierte, in der Überzeugung es müsste die Tür meines Nachbars sein, an die geklopft wurde.

Doch es blieb, hartnäckig und vorsichtig, so das ich mir dachte, mal schauen was da los ist.

Zögerlich öffnete ich die Tür, ich hatte keinen Türspion und da ich keinen Besuch erwartete, wappnete ich mich insgeheim gegen alles und jeden was da lauern könnte. Postbote, Zeugen Jehovas, Nachbar mit der Frage nach Milch oder Zucker (irgendwie war es immer eines von Beiden), Pfadfinder…. und vieles mehr.

Doch auf einen war ich ganz sicher nicht vorbereitet, Jesus.

Er stand einfach da lächelte milde und ich dachte „Shit, da steht Jesus“.

Er sah nämlich bis ins kleinste Detail genau so aus, wie ich mir Jesus insgeheim immer vorgestellt hatte.

Lange braune Haare, Flip Flops an den Füßen, verträumte, dunkle Augen, die etwas hinter dem Horizont zu sehen schienen.

Vielleicht lag es am Schock, doch ich knallte ihm spontan, die gerade erst geöffnete Tür, wieder vor der Nase zu.

5+

Noch immer kein Gewinner

Leute, ihr macht es echt spannend;)

Ich würde sagen wir verlängern die Abstimmung noch um einen Tag, da es schon wieder unentschieden steht, zwischen Idee 2 und 3.

Also, bis Morgen 18 Uhr.

Es freut mich sehr das so viele mit abgestimmt haben.

Danke fürs mitmachen und viel Spaß noch.

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Noch kein Gewinner

Ich habe ganz brav Punkt 18 Uhr in den Blog gesehen.

Von Idee Nummer 1, müssen wir uns leider verabschieden.

Idee Nummer 2 und 3 liefern sich ein Kopf an Kopf rennen. Derzeit haben Beide 3 Stimmen. Daher wird für diese Ideen die Frist um genau einen Tag verlängert.

Bis Morgen 18 Uhr darf also weiter abgestimmt werden zwischen den Beiden.

Viel Spaß:)

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Idee Nummer 1 – Das innere Kind

Man kennt das ja, man sitzt ganz gechillt bei der Psychologin, ahnt nix böses und dann fängt die Gute an vom inneren Kind zu reden.

Es ist verletzt, bedürftig, braucht Liebe und Unterstützung.

Man lächelt, nickt und antwortet „Na Sie kennen mich doch schon ein bisschen, glauben Sie nicht, ich sollte es zur Adoption frei geben… Es soll doch eine faire Chance haben im Leben.“

Aber irgendwie kommt man halt nicht raus aus der Sache, auch bezeichnet als Veratwortung für sich selbst.

Was für interessante, schöne, schwierige, aber auch lustige Situationen entstehen können wenn man sich auf sein inneres Kind einlässt und versucht erwachsen zu werden, erfahrt ihr bei dieser Idee

2+

Idee Nummer 2- Als mein Körper eine Stimme bekam und lästig wurde

Da ich immer wieder höre, ich soll besser auf mich achten. Regelmäßig essen, ausreichend trinken (Kaffee zählt nicht), weniger rauchen und überhaupt etwas mehr auf meinen Körper hören.

Dachte ich mir, was wenn mein Körper die Geduld verliert und sich gegen meine Ignoranz zur wehr setzt.

Und zwar indem er eine laute, quietsche Stimme entwickelt die ein Echo in meinem Kopf erzeugt, und mich mächtig nervt.

Wie das ausgehen könnte erfahrt ihr bei dieser Idee.

7+

Idee Nummer 3 – Als Jesus abhaute

Inspiriert von einem meiner Lieblingsautoren, David Saphier, entstand folgende Idee.

Was wenn der Hippie, mit verträumten Augen und fast unerträglich sanftem Auftreten, der bei einem um Unterkunft bittet, sich als Jesus heraus stellt.

Er hat mal wieder Streit mit seinem Papa, das Schicksal der Menschheit betreffend und ist erstmal abgehauen.

Nach einem komplizierten Auswahlverfahren (vermutlich schmeiß er einen Kisel auf die Erde und schaute wo er landete), beschloss er ausgerechnet bei mir um Unterkunft zu bitten.

Ich habe eine 30 Quadratmeter Wohung, kann aber schwer „Nein“ sagen. So prinzipiel, nicht nur bei Jesus.

Aus dieser Unfähigkeit heraus entstand, nun eine Geschichte rund um Glaube, Hoffnung und Vater-Sohn Konflikte.

8+

Helmuts Abschiedsbriefe Teil 8

Liebe Amelia,

Die 3 Bücher in unserem Laden hat dein Großvater geschrieben, für deine Großmutter. Sie waren Geschenke zu ihren Jahrestagen.

Als er starb waren sie ihr kostbarster Besitz, diese Zeichen seiner Liebe. Er hat Geschichten für sie erfunden und niedergeschrieben. Dabei bedachte er alles was sie besonders mochte. Geschichten mit ganz viel Kitsch und Herz und Happyends.

Dennoch gab sie dir die Bücher mit, als ihr sie verlassen habt. Sie sagte dir, eines Tages würde sie dich finden und die Bücher holen kommen.

Deine Großmutter war sehr verwirrt das die Bücher in unserem Laden zum Verkauf standen.

Doch sie kannte dich als ganz kleines Mädchen. Nicht die Frau zu der du geworden warst.

Ich begann von dir zu erzählen, bis in die Nacht hinein, saßen wir beisammen. Mit jedem meiner Worte erwachtest du mehr zu leben.

Ich wusste sofort warum du die Bücher in den Laden gegeben hattest.

Es lag an deiner wundersamen Einstellung das Bücher immer dorthin fanden wo sie hingehörten.

Darauf hast du vertraut. Und du hattest Recht, unseren Laden gibt es schon so lange, doch die Bücher wurden nie gekauft.

Heute Abend werde ich sie deiner Großmutter zurück geben, denn zu ihr gehören sie, so viel steht fest.

Allerdings werde ich mich jetzt regelmässig mit ihr treffen. Sie wird mir von den Geschichten in den Büchern erzählen, von deinem Großvater und wie sie die Kraft fand ohne ihn und später auch ihre Enkeltochter weiter zu leben.

Und ich werde ihr von dir erzählen, der Frau die ich so sehr liebe, die sie leider nie kennen lernen durfte.

Deine Großmutter glaubt, du hättest sie zu mir geschickt, in einem Traum. Sie ist sich ganz sicher. Und ihre Unerschütterlichkeit, lässt auch mich glauben.

Ich weiß nur das ich bereit bin, dich gehen zu lassen, jeden Tag ein kleines Stückchen mehr.

Deshalb wird dies mein letzter Brief an dich sein.

Mit vorsichtiger, ja vielleicht zerbrechlicher Hoffnung blicke ich wieder in die Zukunft.

Und wage zögerliche Schritte.

Denn das darf ich, das ist okay. Das hat mich deine Großmutter bereits gelehrt. Du hattest viel von ihr, mein Schatz.

Ich gehe weiter , ohne dich. Doch die kostbare Zeit mit dir werde ich immer im Herzen tragen.

In Liebe und Dankbarkeit,

Dein Helmut

4+

Themenvorschau – Es wird schräg

Hallo zusammen.

Ich weiß nicht wie es euch geht. Aber nach dem ernsten Thema der letzten Wochen brauche ich unbedingt ein leichtes, vielleicht ein bisschen schräges, skurriles Thema.

Ich werde mir also was in dieser Richtung überlegen und euch die Themen dann vorstellten.

Ich hoffe ihr stimmt brav ab und habt Spaß daran.

Bis bald.

1+

Helmuts Abschiedsbriefe Teil 7

Liebe Amelia,

Als die alte Dame das nächste Mal in den Laden kam, tat ich etwas erstaunliches.

Es war nicht geplant.

Aber aus einem Gefühl heraus folgte ich ihr, als sie unseren Laden wieder verließ. Ich folgte ihr bis zu deinem Grab.

Dort stand sie lange. Es schien, sie redete mit dir.

Ich näherte mich ihr, um sie endlich zu fragen wer sie eigentlich war. Da verstand ich ihre Worte, sie schienen an dich gerichtet „Amelia, du hast mich hier her geschickt, doch ich weiß nicht wie ich ihm helfen kann…“

Da bemerkte sie jedoch mein Näherkommen und wand sich zu mir um. Nicht im geringsten überrascht mich zu sehen.

„Wer sind sie?“, fragte ich endlich.

„Das haben sie doch sicher längst erraten, ich bin Amelias Großmutter“, ein mildes Lächeln umspielte ihren Mund „Ich träumte von Amelia, von ihrem Ableben und einem trauernden Mann, den sie zurück ließ. Schön sie endlich kennen zu lernen. Ich glaube Amelia hat mich zu Ihnen geschickt“.

Du kannst dir vorstellen, wie verrückt das alles für mich klang. Und doch standen wir Beide gemeinsam bei deinem Grab.

Sie begann mir die Geschichte der Bücher zu erzählen, die vereinzelt in unserem Laden stehen. Ganz unscheinbar in der Masse an Büchern.

Natürlich kennst du die Geschichte bereits. Ich möchte sie dir dennoch schreiben. Damit ich sie nie vergesse.

Doch erst muss ich in den Laden, zu den Büchern, jetzt wo ich weiß wo sie hingehören.

Ich schreibe dir später wieder.

In Liebe,

Dein Helmut

2+